Ausstellungen

Das Kulturhaus präsentiert kontinuierlich Ausstellungen. Beim Eintritt in das Foyer empfängt die Besucher Kunst: Das Spektrum reicht von Malerei über Grafik bis zu Fotografie. Daneben zeigen wir themenbezogene Ausstellungen und geben Gruppen und Vereinen die Gelegenheit, sich darzustellen.

Ausstellung bis Montag, 09. Januar

Maria Gibert: Entgrenzt

„Es ist schön, die befreiende Bewegung beim Tanz in zweidimensionaler Form festzuhalten", bekennt Maria Gibert. Inspiriert von den Emotionen und der körperlichen Ausdrucksform des Tanzes, erschuf die in Hamburg lebende Künstlerin eine Serie malerischer Fotografien mit dem Titel 'Entgrenzt'. Ihre Bilder sind keine statischen Abbildungen, auch keine gewöhnlichen Momentaufnahmen. Vielmehr tanzen sie zusammen mit den dargestellten Figuren, sprechen von entfesselten Kräften, tauchen in die emotionale Welt der Tänzer ein und verbildlichen das Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit. Dabei erscheint jede einzelne Bewegung wie ein Pinselstrich, die Aufnahmen kommen einem Gemälde nahe. Es scheint, als würde sich jede Phase der tänzerischen Bewegung wie eine Farbschicht über die vorige legen und so neue Bewegung der Farben und Flächen kreieren. Diesen Fluss konnte die Künstlerin nur erreichen, indem sie selbst hinter der Kamera tanzte - losgelöst und 'entgrenzt' von ihrer Rolle und in den Bann ihrer Sujets gezogen.

Die Fotoserie umfasst 13 Motive digitaler Fotografien hinter Acrylglas. Die glänzende Oberfläche erzeugt zusätzliche Bildtiefe und lässt den Betrachter aufgrund seiner eigenen Spiegelung in die vibrierende Welt der Tänzer eintauchen.
Maria Gibert ist Absolventin der Kunstakademie Münster und der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. In ihrer Kunst geht es weniger um ein bestimmtes Thema oder ein Medium, mit dem sie sich ausdrückt. Vielmehr sucht die Künstlerin nach einer emotionalen Bindung zu den Motiven und Themen, die sie visuell interpretiert. (Text: Asia Kornacki)

Besichtigungszeiten: Mo/Do/Fr 12:30-15:00, Mi 18:00-19:30 Uhr u.n.V. bis zum 9.1.2017

Eintritt frei

Sonntag, 29. Januar, 11:00

Woche des Gedenkens
Ausstellungseröffnung
mit Livemusik
Till Leeser: Displaced Memories - Beunruhigende Verschwommenheit

Bei Besuchen der Konzentrationslager hatte ich immer das Gefühl von 'gerade noch eingefangen' und 'noch nicht ganz verschwunden'. So habe ich versucht, die Bilder in diesem Zwischenraum anzusiedeln. Unschärfe, eigentlich ein Fehler in der Fotografie, habe ich zum Stilmittel gewählt. Ich reduziere das Subjekt auf das Wesentliche. Eine Mauer ist nicht mehr nur eine Mauer, sondern auch das, was sie verdeckt, einsperrt, abwehrt oder verhindert. Ich verweigere den klassischen Wiedergabecharakter der Fotografie, ohne ihr Wesen zu beeinträchtigen, immer Teil der Situation zu sein, die sie zeigt. Der Betrachter muss sich mit dem Entzug der Realität zufriedengeben, er muss sie durch Erinnerung ersetzen.

Die Unschärfe ist ein Vorzeichen des Verschwindens. Ein unscharfes Bild lässt das Auge nicht zur Ruhe kommen, es sucht in dem Bild Indizien, die Aufschluss über das Unvorstellbare geben. Sie provoziert die Phantasie, das Unvollständige zu vervollkommnen, sie provoziert Erinnerungen.

Meine Bilder provozieren das Phänomen des sich Erinnerns. Da der Betrachter nicht von der Realität des Abgebildeten vereinnahmt wird, eröffnet sich ihm das, was nicht abgebildet ist. Das Bild füllt sich mit zusätzlichen Dimensionen, und es lassen sich Empfindungen anderer Sinne damit verbinden. Da kein Bild einer Erinnerung dem Erlebnis entspricht, an das sich die Erinnerung knüpft, kommt die Unschärfe dem Erlebnis am nächsten. Sie ist eine Balance zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Ausdruck von Unzufriedenheit und dem Verlangen, anderes zu sehen als üblicherweise.

Der Besuch dieser Orte löst in mir immer ein Gefühl von Trauer aus, das Gefühl, etwas verloren, vergessen oder versäumt zu haben. Es entsteht eine beunruhigende Verschwommenheit. Till Leeser

Zur Ausstellungseröffnung improvisiert Anne Wiemann auf dem Saxophon.

Besichtigungszeiten: Mo/Do/Fr 12:30-15:00, Mi 18:00-19:30 Uhr u.n.V. bis zum 24.3.2017

Kooperationsveranstaltung mit dem Stadtteilarchiv Eppendorf

Eintritt frei